Neues Max-Planck-Leitungsduo besucht Bad Nauheimer Institut

Patrick Cramer und Simone Schwanitz am MPI für Herz- und Lungenforschung

30. Dezember 2022

Im Juni 2022 wurde er zum neuen Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft gewählt. Bis zu seinem Amtsantritt ein Jahr später möchte Patrick Cramer alle 86 Institute der Gesellschaft besucht haben. Zusammen mit der erst seit einigen Monaten amtierenden Generalsekretärin Simone Schwanitz war er kürzlich zum Antrittsbesuch am Bad Nauheimer Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung.
 

Für Patrick Cramer stellt das Max-Planck-Institut (MPI) für Herz- und Lungenforschung kein unbekanntes Terrain dar: Schon mehrfach war der Göttinger Strukturbiologe anlässlich wissenschaftlicher Vorträge in Bad Nauheim zu Gast. Nun machte er erstmals als neugewählter Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) dort Halt. Cramer wird im kommenden Jahr Martin Stratmann in diesem Amt folgen. Das selbsterklärte Ziel in den Monaten davor ist das Kennenlernen der mehr als 80 Institute der MPG mit ihren teilweise sehr unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten. Neben den Biowissenschaften betreibt die MPG auch Institute in den chemisch-physikalisch-technischen Disziplinen und in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Und so gilt der Wunsch, die Institute kennenzulernen, auch für die neue Generalsekretärin Simone Schwanitz, die Anfang 2022 die Verwaltungsspitze der MPG übernahm.

Im ehrwürdigen, kürzlich sanierten Hörsaal des Instituts stellten sich Cramer und Schwanitz zunächst den versammelten Mitarbeitern vor. Cramer, seit vielen Jahren Direktor am MPI für Multidisziplinäre Forschung in Göttingen, beschrieb den Markenkern der MPG als führende Institution der Grundlagenforschung in Deutschland so: „Wir wollen neues Wissen zum Wohle aller in die Welt bringen.“ Anders als bei anderen Wissenschaftsorganisationen, deren Schwerpunkte zumindest teilweise in der angewandten Forschung läge, sei das Ziel der MPG die Grundlagenforschung und damit das Mehren von Wissen und der Erkenntnisgewinn. Um dies zu erreichen und den eigenen Ansprüchen gerecht werden zu können, verfolge die MPG die Strategie, hervorragende Forscher mit Visionen zu finden und an die Institute zu berufen, so Cramer.

Cramer betonte zudem, wie wichtig der Zusammenhalt unter den Mitarbeitern sei, um die Ziele zu erreichen: „Wir müssen das Wir-Gefühl stärken und die Motivation erhöhen.“ Alle Mitarbeiter, sowohl die direkt in der Forschung aktiven als auch die nichtwissenschaftlichen Beschäftigten, würden einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leisten.

Am Bad Nauheimer MPI scheint dies in der Vergangenheit gelungen zu sein. Die Wissenschaftler publizieren ihre Forschungsergebnisse regelmäßig in hochrangigen Fachjournalen. Deshalb ist die Institutsführung guter Dinge, bei der im Februar anstehenden Evaluation durch einen international besetztes Gutachtergremium erneut ein positives Votum zu erhalten.

Geschäftsführender Direktor Stefan Offermanns hob im Gespräch mit Cramer und Schwanitz deshalb hervor: „Damit das Institut auch in der Zukunft ein wichtiger Wissenschaftsstandort in der Region und für die MPG sein kann, gilt es in den kommenden Jahren die Weichen zu stellen.“ Mit einem erneuerten wissenschaftlichen Konzept für die kommenden Jahrzehnte und der Intensivierung der jetzt schon engen Anbindung an die benachbarten Universitäten in Gießen und Frankfurt möchten Offermanns und seine Kollegen die langfristige Zukunft des Instituts sichern.

Der Antrittsbesuch Cramers dürfte hierfür ein erster wichtiger Auftakt gewesen sein.

 

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