DeutschEnglish

Bad Nauheimer Max-Planck-Institut startet zusammen mit Universitäten in Gießen und Frankfurt neues Kardiopulmonales Institut

Die Direktoren des neu gegründeten Kardiopulmonalen Instituts: Prof. Stefanie Dimmeler (Frankfurt), Prof. Thomas Braun (Bad Nauheim), Prof. Werner Seeger (Gießen, Bad Nauheim)

Exzellenzcluster will Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Präzisionsmedizin heilen

 

Im frisch sanierten Hörsaal des Bad Nauheimer Max-Planck-Instituts fiel kürzlich der Startschuss für das neu gegründete Kardiopulmonale Institut (CPI). Das CPI ist das Ergebnis der einzigen erfolgreichen Bewerbung aus Hessen bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Neben dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung sind die Justus-Liebig-Universität in Gießen und die Goethe-Universität in Frankfurt Partner in diesem Forschungsverbund. Und so waren auch die beiden Präsidenten Birgitta Wolff (Frankfurt) und Joybrato Mukherjee (Gießen) eigens zur Auftaktveranstaltung nach Bad Nauheim gekommen. Mukherjee dankte allen Beteiligten für deren enorme Arbeitsleistung bei der Konzeption und Vorbereitung des Antrags. Zudem bescheinigte er einen „herausragenden Teamspirit“. 

 

Profitieren soll das CPI davon, dass alle drei Institutionen bereits über mehr als zehn Jahre Erfahrung bei der Zusammenarbeit in einem Forschungsverbund verfügen. „Die beiden Universitäten und das Max-Planck-Institut haben im Vorläuferverbund, dem Exzellenzcluster Kardiopulmonales System, überaus erfolgreich zusammengearbeitet und dabei die Grundlage für den nächsten Schritt gelegt“, sagte Thomas Braun, Geschäftsführender Direktor des MPI und neben Werner Seeger (Gießen, Bad Nauheim) und Stefanie Dimmeler (Frankfurt) einer der Direktoren des neu gegründeten CPI. 

 

Ziel des CPI ist es, Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge zu heilen. Dies soll mit Hilfe modernster wissenschaftlicher und klinischer Ansätze geschehen. So sollen molekulare Prozesse in Zellen als Grundlage der Organfunktion oder aber der Entstehung von Erkrankungen erforscht werden. Zudem wollen die Wissenschaftler untersuchen, welche molekularen Pfade bei der Bildung von Geweben, bei Umbauprozessen während Entwicklung und Erkrankung und bei der Regeneration geschädigter Organe beteiligt sind. „Unser Ziel ist es, anschließend individualisierte Therapiekonzepte zu entwickeln, also eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie“, so Braun. „Das CPI soll Präzisionsmedizin für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Standard machen.“

 

Beim Kardiopulmonalen Institut handelt es sich um einen Forschungsverbund. Anders als der Name vermuten lässt, wird dafür kein eigenes Gebäude gebaut. Vielmehr arbeiten die Wissenschaftler an den drei beteiligten Standorten. 

 

Ein Viertel des Etats -beantragt waren knapp 50 Millionen Euro- geht nach Bad Nauheim an das Max-Planck-Institut. Allerdings ist noch nicht sicher, wieviel Geld tatsächlich fließen wird. Hintergrund: Das Bundesforschungsministerium hat die Mittel aller bewilligten Anträge pauschal um knapp 25 Prozent gekürzt, weil mehr als die ursprünglich geplanten 50 Anträge bewilligt wurden. Die Mittel wurden in diesem Zuge jedoch nicht aufgestockt. 

 

In Bad Nauheim sollen vorbehaltlich einer ausreichenden Finanzierung zwei Forschungsgruppen eingerichtet werden. Dazu soll eine Reihe von Forschungsprojekten am Max-Planck-Institut finanziert sowie mehrere wissenschaftliche Großgeräte angeschafft werden. Die Laufzeit beträgt zunächst sechs Jahre. Eine Verlängerung um weitere sechs Jahre ist möglich.

Pressekontakt

 

Dr. Matthias Heil

Pressesprecher

Ludwigstraße 43

61231 Bad Nauheim

Tel. +49 (0)6032 705-1705

© 2019 Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim