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Donnerstag, 18. Oktober 2018

EU fördert MPI-Forschung zu Fehlbildungen an Blutgefäßen

Dr. Michael Potente

Michael Potente erneut mit Forschungsantrag erfolgreich

 

Michael Potente, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim, war erneut bei der Einwerbung von EU-Forschungsgeldern erfolgreich: Im Rahmen eines europaweiten Forschungsverbundes, an dem neben sieben Forschungseinrichtungen auch zwei pharmazeutische Unternehmen teilnehmen, wird der Bad Nauheimer Gefäßforscher ab 2019 mit EU-Mitteln an den Ursachen für die Ausbildung von Gefäßanomalien in forschen. Weiteres Ziel soll zudem die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze für diese häufig nicht ausreichend behandelbaren Erkrankungen sein.

 

Fehlerhaft entwickelte Blutgefäße, als Blutgefäßanomalien bezeichnet, stellen die Ursache für eine ganze Reihe von zum Teil schweren Erkrankungen dar. In der Regel sind diese die Folge von Störungen während der Embryonalentwicklung und somit angeboren. Nicht nur Blutgefäße sind betroffen, sondern häufig auch die Gefäße des Lymphsystems. Für die Patienten bedeutet dies oftmals eine starke Einschränkung ihrer Lebensqualität. Bislang können Gefäßanomalien nur symptomatisch behandelt werden. Eine vollständige Heilung ist in der Regel nicht möglich.

 

Der „V.A. Cure Network“ genannte Forschungsverbund hat zum Ziel, die genetischen Ursachen und die molekularen Prozesse bei der Fehlentwicklung der Gefäße zu identifizieren. Dafür sollen modernste molekularbiologische Verfahren zum Einsatz kommen, wie die derzeit oft genannte Genschere „CRISPR-Cas“. „Unser Ziel ist es, mit unterschiedlichen, zum Teil völlig neuen Verfahren die Entstehung von Gefäßanomalien zu untersuchen. Auf diese Weise möchten wir Anknüpfpunkte für therapeutische Ansätze identifizieren“, so Potente. Potenzielle Kandidaten, an die spätere Therapien ansetzen, könnten einzelne Gene oder Proteine sein. 

 

Insgesamt stellt die EU in den nächsten vier Jahren 3,7 Millionen Euro bereit. Neben der eigentlichen Forschungstätigkeit liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die 14 Doktoranden, die an den unterschiedlichen Standorten durch das EU-Projekt finanziert werden, sollen nicht nur wissenschaftliche Erfahrung sammeln dürfen, sondern erhalten auch Trainings zur Wissenschaftsethik und ökonomischen Fragestellungen. Dazu sollen die Nachwuchswissenschaftler von einer engen internationalen Vernetzung des Forschungsverbundes profitieren.


Pressekontakt

 

Dr. Matthias Heil

Pressesprecher

Ludwigstraße 43

61231 Bad Nauheim

Tel. +49 (0)6032 705-1705

© 2018 Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim