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Dienstag, 26. Juni 2018

Claudia Gerri erhält Otto-Hahn-Medaille

Der frühere langjährige Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Herbert Jäckle, überreicht Dr. Claudia Gerri die Otto-Hahn-Medaille. (c) Peter Vogel/ MPG

Nachwuchsforscherin des Max-Planck-Instituts für herausragende Forschungsleistungen ausgezeichnet

 

Claudia Gerri vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim ist mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet worden. Den Preis erhielt die gebürtige Italienerin zusammen mit weiteren Nachwuchsforschern bei der Hauptversammlung der Gesellschaft, die kürzlich in Heidelberg stattfand.

 

Mit der Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 40. Mal vergeben wurde, möchte die Max-Planck-Gesellschaft die Preisträger zu einer Karriere in Forschung oder Hochschule motivieren. Gerri folgt diesem Weg bereits: Nach dem Abschluss ihrer Dissertation in der Abteilung von Didier Stainier am Bad Nauheimer Max-Planck-Institut hat sie mittlerweile den nächsten Karriereschritt vollzogen: Sie forscht jetzt in London am 2015 gegründeten Francis-Crick-Institut, wo sie genetische Prozesse bei sehr frühen Entwicklungsstadien humaner Embryonen untersucht.

 

 Auch während ihrer Doktorarbeit, die Gerri Ende 2017 erfolgreich beendete, beschäftigte sich die Biologin bereits mit Embryonen, allerdings nicht mit menschlichen. Vielmehr untersuchte sie am Zebrafisch, einem bei Entwicklungsbiologen beliebten Modellorganismus, welche Faktoren an der Entstehung der Blutgefäße beteiligt sind. Gerri identifizierte dabei mit modernsten gentechnologischen und Bildgebungsverfahren eine als HIF-Pfad bezeichnete Reaktionskaskade. „Das überraschendste an meinen Befunden war, dass bei den Prozessen während der Entstehung der Blutgefäße im Fischembryo bestimmte weiße Blutkörperchen, die Makrophagen, entscheidend eingebunden sind. Diese Funktion der Makrophagen war bislang unbekannt“, so Gerri. 

 

Wie der Wechsel an das „Humane Embryonen und Stammzelllabor“ des Crick-Instituts zeigt, möchte die Preisträgerin der Entwicklungsbiologie treu bleiben: „Die Fähigkeit des befruchteten Eis, einen komplizierten Organismus zu bilden, hat mich immer fasziniert“, sagte Gerri. Dabei geht es ihr nicht nur um den reinen Erkenntnisgewinn. Vielmehr haben nach ihrer Meinung „neue Entdeckungen auch das Potenzial, einen Beitrag zum Verständnis von Erkrankungen, wie dem Krebs, oder zur Regenerationsmedizin zu leisten.“

MH


Pressekontakt

 

Dr. Matthias Heil

Pressesprecher

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Tel. +49 (0)6032 705-1705

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